
- Der grosszügige Freibetrag bei Schweizer Anbietern
- Grossspiele versus Kleinspiele: Ein wichtiger Unterschied
- Die besondere Situation bei ausländischen Anbietern
- Dokumentation und Nachweispflicht
- Kantonale Unterschiede und Besonderheiten
- Professionelle Spieler und die Frage der Erwerbstätigkeit
- Praktische Tipps für die Steuererklärung
- Die Verrechnungssteuer und ihre Bedeutung für Wettgewinne
- Rechenbeispiele für verschiedene Szenarien
- Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Die Zukunft der Wettbesteuerung in der Schweiz
Wer in der Schweiz Sportwetten abschliesst und dabei Gewinne erzielt, stellt sich früher oder später eine entscheidende Frage: Muss ich das versteuern? Die Antwort ist weniger kompliziert, als viele befürchten, aber sie hängt von einigen Faktoren ab, die man kennen sollte. Das Schweizer Steuerrecht behandelt Glücksspielgewinne nämlich nicht einheitlich, sondern unterscheidet je nach Art des Spiels, nach dem Anbieter und nach der Höhe des Gewinns. Wer diese Unterschiede versteht, kann nicht nur böse Überraschungen bei der Steuererklärung vermeiden, sondern auch ganz legal Geld sparen.
Die Schweiz hat mit dem Geldspielgesetz von 2019 einen neuen rechtlichen Rahmen geschaffen, der auch die steuerliche Behandlung von Wettgewinnen grundlegend neu geregelt hat. Das Ziel des Gesetzgebers war es, einen Anreiz zu schaffen, bei den lizenzierten Schweizer Anbietern zu spielen, anstatt sein Geld bei ausländischen Buchmachern auszugeben. Dieser Anreiz zeigt sich nirgends deutlicher als bei den Steuern: Während Gewinne bei Schweizer Anbietern grosszügig steuerfrei sind, müssen Gewinne bei ausländischen Plattformen vollständig als Einkommen versteuert werden. Dieser Unterschied kann im Einzelfall Tausende von Franken ausmachen.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen ausführlich, wie die Besteuerung von Sportwettengewinnen in der Schweiz funktioniert. Sie erfahren, welcher Freibetrag gilt, wann Sie Gewinne deklarieren müssen, wie die Dokumentation aussehen sollte und worauf Sie bei der Steuererklärung achten müssen. Ausserdem gehen wir auf die Unterschiede zwischen Gross- und Kleinspielen ein, erklären die kantonalen Besonderheiten und werfen einen Blick auf die Situation von Spielern, die ihre Wettätigkeit professionell betreiben.
Der grosszügige Freibetrag bei Schweizer Anbietern

Das Herzstück der steuerlichen Behandlung von Sportwettengewinnen in der Schweiz ist der Freibetrag von einer Million Franken pro Jahr. Dieser Betrag gilt für Gewinne aus sogenannten Grossspielen, zu denen die Online-Sportwetten bei Sporttip und Jouez Sport gehören. Solange Ihre jährlichen Gewinne diese Schwelle nicht überschreiten, schulden Sie dem Finanzamt keinen einzigen Rappen. Sie müssen die Gewinne auch nicht in der Steuererklärung angeben, denn was steuerfrei ist, muss nicht deklariert werden.
Diese Regelung ist im europäischen Vergleich ausserordentlich grosszügig. In Deutschland beispielsweise sind Wettgewinne zwar ebenfalls steuerfrei, aber dort wird eine fünfprozentige Wettsteuer auf jeden Einsatz erhoben, die letztlich vom Spieler getragen wird. In Österreich sind die Verhältnisse komplizierter und hängen von der Art des Spiels ab. Die Schweiz hat sich für ein einfaches Modell entschieden: Bis zu einer Million steuerfrei, darüber wird versteuert. Diese Klarheit ist für die allermeisten Wettfreunde ein Segen, denn sie müssen sich im Normalfall überhaupt keine Gedanken über Steuern machen.
Der Freibetrag bezieht sich auf die Nettogewinne, also auf die Differenz zwischen dem, was Sie gewonnen haben, und dem, was Sie eingesetzt haben. Wenn Sie im Laufe eines Jahres insgesamt 10000 Franken einsetzen und dabei 12000 Franken zurückbekommen, dann beträgt Ihr steuerpflichtiger Gewinn 2000 Franken, der natürlich weit unter dem Freibetrag liegt. Die Berechnung ist also nicht so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag.
Was passiert aber, wenn Sie tatsächlich mehr als eine Million Franken gewinnen? Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch, das schaffen nur die wenigsten. Steuerlich wird dann nur der Betrag relevant, der über die Million hinausgeht. Wenn Sie also 1,2 Millionen Franken gewinnen, müssen Sie 200000 Franken als Einkommen versteuern. Dabei können Sie pauschal fünf Prozent als Einsatzkosten abziehen, maximal jedoch 5000 Franken. Die genaue Steuerlast hängt dann von Ihrem Wohnkanton und Ihrem übrigen Einkommen ab, da die Kantone unterschiedliche Steuersätze anwenden.
Grossspiele versus Kleinspiele: Ein wichtiger Unterschied
Das Schweizer Geldspielgesetz unterscheidet zwischen Grossspielen und Kleinspielen, und diese Unterscheidung hat erhebliche steuerliche Konsequenzen. Grossspiele sind solche, die automatisiert, online oder interkantonal durchgeführt werden. Dazu gehören die Lotterien wie Swiss Lotto und Euro Millions, aber eben auch die Online-Sportwetten bei Sporttip und Jouez Sport. Für diese Grossspiele gilt der bereits erwähnte Freibetrag von einer Million Franken.
Kleinspiele hingegen werden weder automatisiert noch online noch interkantonal durchgeführt. Klassische Beispiele sind Tombolas bei Vereinsanlässen, kleine lokale Pokerturniere oder Sportwetten, die direkt am Ort eines Sportereignisses stattfinden. Für Kleinspiele gelten noch grosszügigere Regeln: Gewinne daraus sind grundsätzlich vollständig steuerfrei, unabhängig von der Höhe, solange bestimmte Obergrenzen für die Einsätze eingehalten werden.
Bei lokalen Sportwetten, die als Kleinspiele gelten, darf der Einzeleinsatz maximal 200 Franken betragen und die Summe aller Einsätze bei einer Veranstaltung 200000 Franken nicht überschreiten. Diese Grenzen sind für normale Vereinsanlässe und ähnliche Veranstaltungen mehr als ausreichend. Wer bei einem lokalen Fussballturnier ein paar Franken auf den Ausgang eines Spiels setzt und dabei gewinnt, muss sich also keine Gedanken über Steuern machen, egal wie hoch der Gewinn ausfällt.
Die praktische Relevanz dieser Unterscheidung ist für die meisten Wettfreunde allerdings begrenzt. Wer regelmässig auf Sportereignisse wettet, tut dies in aller Regel online bei Sporttip oder Jouez Sport und damit im Rahmen von Grossspielen. Die Kleinspielregelung kommt eher bei gelegentlichen lokalen Veranstaltungen zum Tragen. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass es diese Unterscheidung gibt, denn sie kann im Einzelfall relevant werden.
Die besondere Situation bei ausländischen Anbietern

Hier wird es für viele Wettfreunde unangenehm, denn die steuerliche Behandlung von Gewinnen bei ausländischen Anbietern unterscheidet sich grundlegend von der bei Schweizer Anbietern. Der grosszügige Freibetrag von einer Million Franken gilt nämlich nur für Gewinne bei lizenzierten Schweizer Anbietern. Wer bei einem ausländischen Buchmacher wettet, der keine Schweizer Lizenz hat, muss sämtliche Gewinne vollständig als Einkommen versteuern, und zwar ab dem ersten Franken.
Diese Regelung ist kein Zufall, sondern vom Gesetzgeber bewusst so gewollt. Das Ziel ist es, einen Anreiz zu schaffen, bei den Schweizer Anbietern zu spielen, anstatt Geld ins Ausland abfliessen zu lassen. Die Schweizer Anbieter zahlen Abgaben an den Staat und finanzieren gemeinnützige Projekte, während ausländische Buchmacher nichts zum Schweizer Gemeinwesen beitragen. Diese Argumentation mag man teilen oder nicht, aber sie ist der Grund für die unterschiedliche steuerliche Behandlung.
Konkret bedeutet das: Wenn Sie bei einem nicht lizenzierten ausländischen Anbieter wetten und dabei Gewinne erzielen, müssen Sie diese in Ihrer Steuererklärung als Einkommen angeben. Sie können die Verluste vom selben Anbieter gegenüberstellen, sodass nur die Nettogewinne versteuert werden. Aber selbst ein kleiner Nettogewinn von wenigen hundert Franken ist steuerpflichtig. Je nach Ihrem übrigen Einkommen und Ihrem Wohnkanton kann das eine spürbare Steuerlast bedeuten.
Hinzu kommt das Problem der Dokumentation. Während Sporttip und Jouez Sport Ihnen jederzeit eine Übersicht über Ihre Transaktionen zur Verfügung stellen können, ist das bei ausländischen Anbietern nicht immer so einfach. Manche Plattformen bieten zwar Kontoauszüge an, aber diese sind nicht immer vollständig oder in einer Form, die das Schweizer Finanzamt akzeptiert. Sie müssen also selbst dafür sorgen, dass Sie Ihre Gewinne und Verluste lückenlos dokumentieren können.
Dokumentation und Nachweispflicht

Auch wenn die meisten Wettfreunde nie in die Verlegenheit kommen werden, Gewinne versteuern zu müssen, ist eine ordentliche Dokumentation trotzdem empfehlenswert. Das Finanzamt kann theoretisch jederzeit Nachweise verlangen, und dann ist es gut, wenn Sie Ihre Unterlagen beisammen haben. Ausserdem hilft eine laufende Dokumentation dabei, den Überblick über die eigenen Wettaktivitäten zu behalten, was wiederum ein Baustein für verantwortungsvolles Spielen ist.
Für Wetten bei Sporttip oder Jouez Sport ist die Dokumentation denkbar einfach. Beide Anbieter führen ein detailliertes Protokoll aller Ihrer Transaktionen, das Sie jederzeit einsehen und herunterladen können. Dieses Protokoll enthält alle Einzahlungen, Auszahlungen, platzierten Wetten und erzielten Gewinne. Sollte das Finanzamt einmal Fragen haben, können Sie einfach dieses Protokoll vorlegen, und die Sache ist erledigt.
Schwieriger wird es, wenn Sie bei mehreren Anbietern aktiv sind oder wenn Sie bei ausländischen Plattformen spielen. In diesem Fall empfiehlt es sich, eine eigene Aufzeichnung zu führen. Eine einfache Tabelle genügt, in der Sie folgende Informationen festhalten: Datum der Wette, Name des Anbieters, Höhe des Einsatzes und Höhe des Gewinns oder Verlusts. Am Ende des Jahres können Sie dann die Summen bilden und haben einen klaren Überblick über Ihre Nettogewinne oder Nettoverluste.
Bewahren Sie diese Aufzeichnungen mindestens zehn Jahre auf, denn so lange kann das Finanzamt theoretisch zurückgreifen. In der Praxis werden Sportwettengewinne selten so genau geprüft, aber es schadet nicht, auf der sicheren Seite zu sein. Besonders wichtig ist die Dokumentation für diejenigen, die bei ausländischen Anbietern spielen und deren Gewinne versteuern müssen. Hier kann eine lückenhafte Dokumentation schnell zu Problemen führen.
Kantonale Unterschiede und Besonderheiten

Das Schweizer Steuersystem ist föderalistisch aufgebaut, was bedeutet, dass die Kantone bei der Besteuerung erheblichen Spielraum haben. Bei der Besteuerung von Glücksspielgewinnen halten sich die kantonalen Unterschiede allerdings in Grenzen, da das Bundesrecht hier den Rahmen vorgibt. Der Freibetrag von einer Million Franken gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Unterschiede gibt es aber bei den Steuersätzen, die auf Gewinne angewendet werden, die über den Freibetrag hinausgehen.
In Kantonen mit niedrigen Steuersätzen wie Zug oder Schwyz fällt die Steuer auf Wettgewinne entsprechend geringer aus als in Hochsteuerkantonen wie Genf oder Waadt. Der Unterschied kann im Einzelfall erheblich sein. Wer beispielsweise einen Gewinn von 1,5 Millionen Franken erzielt und damit 500000 Franken versteuern muss, zahlt in Zug deutlich weniger als in Genf. Für die allermeisten Wettfreunde ist dieser Unterschied allerdings akademisch, denn sie werden den Freibetrag nie erreichen.
Einige Kantone haben zusätzlich eigene Regelungen erlassen, die über das Bundesrecht hinausgehen. Diese betreffen meist Details der Deklaration oder der Dokumentation. Wenn Sie unsicher sind, wie die Regelungen in Ihrem Kanton genau aussehen, empfiehlt es sich, bei der kantonalen Steuerbehörde nachzufragen oder einen Steuerberater zu konsultieren. Die meisten Kantone bieten auf ihren Webseiten ausführliche Informationen zur Besteuerung von Glücksspielgewinnen an.
Eine Besonderheit gibt es bei der Verrechnungssteuer. Diese Quellensteuer von 35 Prozent wird bei bestimmten Glücksspielgewinnen direkt vom Anbieter einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Bei Sportwetten spielt die Verrechnungssteuer allerdings in der Regel keine Rolle, da sie nur bei Einzelgewinnen über einer bestimmten Schwelle greift, die bei Sportwetten selten erreicht wird. Falls doch einmal Verrechnungssteuer einbehalten wurde, können Sie diese mit Ihrer Steuererklärung zurückfordern, sofern Sie die Gewinne korrekt deklarieren.
Professionelle Spieler und die Frage der Erwerbstätigkeit
Ein Sonderfall, der eigenständig betrachtet werden muss, sind Spieler, die ihre Wettätigkeit professionell betreiben. Wenn das Wetten nicht mehr nur ein Hobby ist, sondern zur Haupteinnahmequelle wird, kann das Finanzamt die Gewinne als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit einstufen. In diesem Fall gelten andere Regeln, und die steuerlichen Konsequenzen können erheblich sein.
Die Grenze zwischen Hobby und Beruf ist fliessend und wird von den Steuerbehörden anhand verschiedener Kriterien beurteilt. Relevant sind unter anderem der Zeitaufwand, den Sie für das Wetten aufwenden, die Systematik Ihres Vorgehens, die Höhe der erzielten Gewinne im Verhältnis zu Ihrem übrigen Einkommen und die Frage, ob Sie die Absicht haben, langfristig Gewinne zu erzielen. Wer nur gelegentlich am Wochenende einen Tipp abgibt, wird sicher nicht als professioneller Spieler eingestuft. Wer hingegen täglich mehrere Stunden mit Recherche und Wetten verbringt und dabei substanzielle Gewinne erzielt, bewegt sich in einer Grauzone.
Wenn das Finanzamt Ihre Wettätigkeit als selbständige Erwerbstätigkeit einstuft, ändert sich die steuerliche Behandlung grundlegend. Der grosszügige Freibetrag gilt dann nicht mehr, und Ihre Gewinne werden vollständig als Einkommen versteuert. Auf der anderen Seite können Sie dann aber auch alle Ihre Verluste und Ausgaben steuerlich geltend machen, was bei hohen Einsätzen durchaus relevant sein kann. Ausserdem werden Sozialversicherungsbeiträge fällig, was die Steuerlast weiter erhöht.
Für die allermeisten Wettfreunde ist diese Problematik allerdings kein Thema. Wer ein paar Mal pro Monat einen kleinen Betrag auf ein Fussballspiel setzt, wird niemals als professioneller Spieler eingestuft, selbst wenn er dabei gelegentlich gewinnt. Problematisch wird es erst, wenn das Wetten zum Lebensinhalt wird und die Gewinne einen wesentlichen Teil des Lebensunterhalts ausmachen. In solchen Fällen empfiehlt es sich dringend, einen Steuerberater hinzuzuziehen, der die individuelle Situation beurteilen kann.
Praktische Tipps für die Steuererklärung
Zum Abschluss möchten wir Ihnen einige praktische Tipps geben, wie Sie mit dem Thema Sportwetten und Steuern am besten umgehen. Der wichtigste Tipp lautet: Machen Sie sich nicht verrückt. Wenn Sie bei Sporttip oder Jouez Sport wetten und dabei Gewinne erzielen, die unter dem Freibetrag liegen, müssen Sie nichts tun. Die Gewinne sind steuerfrei und müssen nicht deklariert werden. Sie können Ihre Steuererklärung ganz normal ausfüllen, ohne die Wettgewinne zu erwähnen.
Anders sieht es aus, wenn Sie bei ausländischen Anbietern gewettet haben. In diesem Fall müssen Sie Ihre Nettogewinne in der Steuererklärung angeben, und zwar in der Regel unter der Rubrik übrige Einkünfte oder ähnlich. Die genaue Bezeichnung variiert je nach Kanton und Steuerformular. Wenn Sie unsicher sind, wo Sie die Gewinne eintragen müssen, fragen Sie bei Ihrer kantonalen Steuerbehörde nach oder konsultieren Sie die Wegleitung zur Steuererklärung.
Führen Sie eine laufende Dokumentation Ihrer Wettaktivitäten, auch wenn Sie aktuell unter dem Freibetrag liegen. Das kostet Sie nur wenige Minuten pro Woche und gibt Ihnen Sicherheit für den Fall, dass das Finanzamt einmal nachfragt. Bei Sporttip und Jouez Sport können Sie einfach regelmässig einen Kontoauszug herunterladen und abspeichern. Bei anderen Anbietern führen Sie am besten eine eigene Tabelle.
Wenn Sie den Freibetrag überschreiten sollten, was bei normalen Wettaktivitäten praktisch nie vorkommt, lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten. Die Berechnung der Steuerlast ist dann nicht mehr trivial, und es gibt Gestaltungsmöglichkeiten, die ein Laie nicht unbedingt kennt. Die Kosten für den Steuerberater sind in diesem Fall gut investiert, denn bei hohen Gewinnen geht es schnell um erhebliche Summen.
Schliesslich noch ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Versuchen Sie nicht, Gewinne bei ausländischen Anbietern zu verschweigen. Das Finanzamt hat heute mehr Möglichkeiten als früher, solche Einkünfte aufzuspüren, und die Konsequenzen einer Steuerhinterziehung sind erheblich. Neben Nachzahlungen und Zinsen drohen Bussen, die ein Vielfaches der hinterzogenen Steuer betragen können. Es lohnt sich also nicht, dieses Risiko einzugehen, zumal die Steuer auf Wettgewinne im Verhältnis zum Gewinn meist überschaubar ist.
Die Verrechnungssteuer und ihre Bedeutung für Wettgewinne
Ein Thema, das bei Gesprächen über Glücksspielsteuern immer wieder auftaucht, ist die Verrechnungssteuer. Diese Quellensteuer von 35 Prozent wird bei bestimmten Kapitalerträgen und eben auch bei bestimmten Glücksspielgewinnen direkt an der Quelle einbehalten. Der Veranstalter zieht die Steuer vom Gewinn ab und führt sie ans Finanzamt ab, bevor der Gewinner sein Geld erhält.
Bei Sportwetten spielt die Verrechnungssteuer allerdings in der Praxis kaum eine Rolle. Sie greift nämlich nur bei Einzelgewinnen, die den Freibetrag von einer Million Franken überschreiten. Da solch hohe Einzelgewinne bei Sportwetten äusserst selten sind, werden die meisten Wettfreunde nie mit der Verrechnungssteuer in Berührung kommen. Anders sieht es bei Lotterien aus, wo Jackpotgewinne in Millionenhöhe regelmässig vorkommen.
Falls Sie dennoch einmal einen Gewinn erzielen sollten, bei dem Verrechnungssteuer einbehalten wird, können Sie diese mit Ihrer Steuererklärung zurückfordern. Die Verrechnungssteuer ist nämlich keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer. Wenn Sie den Gewinn korrekt in Ihrer Steuererklärung deklarieren, wird die bereits einbehaltene Verrechnungssteuer mit Ihrer Einkommenssteuerschuld verrechnet. Haben Sie weniger Einkommenssteuer zu zahlen, als Verrechnungssteuer einbehalten wurde, erhalten Sie die Differenz zurück.
Das Verfahren ist für den Steuerzahler also neutral: Am Ende zahlen Sie genau so viel Steuer, wie nach Ihren persönlichen Verhältnissen geschuldet ist, nicht mehr und nicht weniger. Die Verrechnungssteuer dient lediglich dazu, sicherzustellen, dass Gewinne auch tatsächlich versteuert werden und nicht in der Steuererklärung vergessen werden. Für ausländische Gewinner, die keine Schweizer Steuererklärung einreichen, bleibt die Verrechnungssteuer allerdings endgültig.
Rechenbeispiele für verschiedene Szenarien

Um die steuerliche Behandlung von Sportwettengewinnen noch anschaulicher zu machen, betrachten wir einige konkrete Rechenbeispiele. Diese zeigen, wie sich die verschiedenen Regelungen in der Praxis auswirken und welche Unterschiede zwischen Schweizer und ausländischen Anbietern bestehen.
Nehmen wir zunächst den typischen Gelegenheitsspieler, der pro Jahr etwa 2000 Franken bei Sporttip einsetzt und dabei insgesamt 2500 Franken zurückbekommt. Sein Nettogewinn beträgt 500 Franken. Dieser Betrag liegt weit unter dem Freibetrag von einer Million Franken und ist daher vollständig steuerfrei. Der Spieler muss den Gewinn nicht einmal in seiner Steuererklärung angeben. Die Sache ist für ihn also denkbar einfach.
Betrachten wir nun einen aktiveren Spieler, der pro Jahr 50000 Franken einsetzt und dabei 75000 Franken zurückbekommt. Sein Nettogewinn beträgt 25000 Franken. Auch dieser Betrag liegt noch weit unter dem Freibetrag und ist daher vollständig steuerfrei. Selbst für vergleichsweise aktive Spieler ändert sich also an der steuerlichen Situation nichts, solange sie bei Schweizer Anbietern spielen.
Interessanter wird es, wenn wir denselben aktiven Spieler bei einem ausländischen Anbieter betrachten. Der Nettogewinn von 25000 Franken muss nun vollständig als Einkommen versteuert werden, da der Freibetrag nicht gilt. Je nach Wohnkanton und übrigem Einkommen kann die Steuerlast mehrere tausend Franken betragen. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent wären das 7500 Franken, die der Spieler zusätzlich ans Finanzamt abführen muss. Dieser Unterschied ist erheblich und zeigt deutlich, warum es sich lohnt, bei den Schweizer Anbietern zu spielen.
Schliesslich betrachten wir den seltenen Fall eines Grossgewinners, der bei Sporttip einen Nettogewinn von 1,5 Millionen Franken erzielt. Die erste Million ist steuerfrei, sodass 500000 Franken versteuert werden müssen. Von diesem Betrag können fünf Prozent als Einsatzkosten abgezogen werden, also 25000 Franken, maximal jedoch 5000 Franken. Der steuerpflichtige Gewinn beträgt somit 495000 Franken. Bei einem angenommenen Steuersatz von 35 Prozent ergibt sich eine Steuerlast von etwa 173000 Franken. Dem Gewinner verbleiben also rund 1,327 Millionen Franken, was immer noch ein stolzer Betrag ist.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Im Umgang mit Sportwetten und Steuern machen viele Spieler Fehler, die sich leicht vermeiden lassen. Der häufigste Fehler ist das Vergessen der Dokumentation. Auch wenn Sie aktuell keine Gewinne versteuern müssen, sollten Sie Ihre Wettaktivitäten dokumentieren. Das Finanzamt kann theoretisch auch Jahre später noch Nachfragen stellen, und dann ist es gut, wenn Sie Belege haben.
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Verschweigen von Gewinnen bei ausländischen Anbietern. Manche Spieler glauben, dass das Finanzamt von diesen Gewinnen nichts erfahren wird. Das mag in Einzelfällen stimmen, aber das Risiko einer Entdeckung besteht immer. Und wenn das Finanzamt hinterzogene Steuern entdeckt, drohen nicht nur Nachzahlungen mit Zinsen, sondern auch erhebliche Bussen. Es lohnt sich also nicht, dieses Risiko einzugehen.
Ein dritter Fehler ist die falsche Einordnung der eigenen Aktivität. Manche Spieler, die regelmässig und mit System wetten, unterschätzen das Risiko, als professionelle Spieler eingestuft zu werden. Wenn das Finanzamt Ihre Aktivität als selbständige Erwerbstätigkeit qualifiziert, ändert sich die steuerliche Behandlung grundlegend. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Steuerberater konsultieren, bevor Sie Ihr Wetthobby ausweiten.
Schliesslich machen manche Spieler den Fehler, die Dokumentation ihrer Verluste zu vernachlässigen. Auch wenn Verluste bei der Steuererklärung nicht geltend gemacht werden können, sind sie für die Berechnung des Nettogewinns relevant. Wenn Sie beispielsweise 100000 Franken gewonnen, aber auch 80000 Franken verloren haben, beträgt Ihr steuerpflichtiger Nettogewinn nur 20000 Franken. Ohne Dokumentation der Verluste könnten Sie unter Umständen für den vollen Gewinn von 100000 Franken zur Kasse gebeten werden.
Die Zukunft der Wettbesteuerung in der Schweiz
Das Geldspielgesetz von 2019 ist noch verhältnismässig jung, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Regelungen in Zukunft entwickeln werden. Einige Beobachter erwarten, dass der Druck auf die Schweiz zunehmen wird, ihren Markt für ausländische Anbieter zu öffnen, wie es in anderen europäischen Ländern bereits geschehen ist. Sollte dies eintreten, würde sich auch die steuerliche Behandlung ändern müssen.
Derzeit gibt es allerdings keine konkreten Anzeichen dafür, dass eine solche Öffnung bevorsteht. Die Schweiz ist kein Mitglied der Europäischen Union und unterliegt daher nicht den EU-Regelungen zum freien Dienstleistungsverkehr. Die Schweizer Behörden betonen regelmässig, dass sie am aktuellen Modell festhalten wollen, das den Spielerschutz und die Finanzierung gemeinnütziger Zwecke in den Vordergrund stellt.
Was sich durchaus ändern könnte, sind die Details der Besteuerung. Der Freibetrag von einer Million Franken wird regelmässig an die Teuerung angepasst, sodass der Betrag in Zukunft leicht steigen wird. Auch die Höchstbeträge für die abzugsfähigen Einsatzkosten werden angepasst. Diese Anpassungen erfolgen automatisch und müssen nicht vom Parlament beschlossen werden. Für Sie als Spieler bedeutet das, dass die steuerliche Belastung tendenziell etwas sinken wird, sofern Sie überhaupt den Freibetrag überschreiten.
Für Sie als Wettfreund bedeutet das: Sie können sich auf die aktuellen Regelungen einstellen und davon ausgehen, dass sie für die absehbare Zukunft Bestand haben werden. Der grosszügige Freibetrag von einer Million Franken bei Schweizer Anbietern ist ein erheblicher Vorteil, den Sie nutzen sollten. Und auch wenn die Quoten bei Sporttip und Jouez Sport nicht ganz mit denen internationaler Buchmacher mithalten können, macht der steuerliche Vorteil diesen Unterschied für die meisten Spieler mehr als wett.
Die Besteuerung von Sportwettengewinnen in der Schweiz ist also kein Grund zur Sorge, sondern im Gegenteil ein Argument dafür, bei den lizenzierten Schweizer Anbietern zu spielen. Nutzen Sie den grosszügigen Freibetrag, führen Sie eine ordentliche Dokumentation und geniessen Sie Ihr Wetthobby, ohne sich über Steuern den Kopf zerbrechen zu müssen. Sollten Sie wider Erwarten einmal einen Riesengewinn landen, können Sie sich immer noch Gedanken machen, wie Sie das Geld am besten versteuern. Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Erfolg und spannende Sportereignisse.
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